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Flugstabilität

BeitragVerfasst: 24. Mai 2020, 09:08
von feitzi
Hallo
Hab eine Marchetti mit 1,5m Spannweite. Beim Flug geht das Heck hin und her. am Anfang dachte ich, es ist das Servo, das den Nullpunkt nicht findet. Also Servo getauscht. Doch es hat nichts gebracht.
Jetzt bin ich mit meiner Corsair geflogen. Hier gibts das gleiche Fenomen.
Am Platz meinte jemand, das das mit dem Schwerpunkt zusammenhängen könnte.
Was sagt Ihr dazu?
Wenn das so ist, wo muss der Schwerpunkt hin?

lg Feitzi

Re: Flugstabilität

BeitragVerfasst: 25. Mai 2020, 15:27
von paul
Ich bin zwar kein Modellpilot, aber nach deiner Schilderung könnte es am Sender liegen, da es ja bei zwei verschiedenen Modellen auftritt > Steuerknüppel stellt nicht mehr richtig auf neutral (Rückstellfeder gebrochen oder Potentiometer defekt?) :confused:

Tritt es nur im Flug auf oder "zittert" das Servo auch am Boden?

Zum Schwerpunkt kann ich nichts sagen - da gibt es aber so eine Faustregel wie im 1/3 des Flügels, glaube ich mich zu erinnern (aber das sit bei mir schon lange her) :rolleyes:

Re: Flugstabilität

BeitragVerfasst: 26. Mai 2020, 07:31
von waldo
Müßte doch im ausgebauten Zustand der Servos sichtbar sein,
Am Servo-Monitor,der Fernsteuerung,
Übrigens,welche Fernsteuerung?
Berichte weiter!
Und xund bleiben

Re: Flugstabilität

BeitragVerfasst: 1. Juni 2020, 20:49
von c-j-s
Hallo Feitzi,

also Schwerpunkt alleine ist das glaube ich nicht... Wenn die Modelle ansonsten "gut" fliegen - also nicht zu "giftig", weil der Schwerpunkt zu weit hinten liegt - und du im Rückenflug nicht voll durchdrücken musst, weil der Schwerpunkt zu weit vorne liegt - dann kann es am Zusammenspiel der Kräfte liegen...

Zuerst aber andere Einflüsse ausschließen: Du hast nicht zufällig Empfänger mit eingebautem Gyro (Kreisel, Stabilisator) eingebaut? Wenn nämlich so was drinnen ist, und die Empfindlichkeit ist etwas zu hoch, dann hast du auch genau so ein Pendeln! Lösung: Empfindlichkeit des Gyros für Seite etwas reduzieren.

Pendeln kommt zustande, weil das Seitenleitwerk den Geradeausflug nicht dauerhaft "sofort" regeln kann, sondern andere Kräfte bzw. Strömungen am Seitenleitwerk auch mit eingreifen und diese sich periodisch gegenseitig beeinflussen.
Bei Modellen mit großer Spannweite und kurzem Rumpf (Segler), hilft oft Zackenband am Flächenende oder beide Querruder 1mm nach oben stellen... D.h. da geht das Pendeln von den Flächenspitzen aus und das Seitenleitwerk greift "regelnd" ein - aber überregelt dann auf die andere Seite.

Bei Motormodellen sind die häufigsten Ursachen:
* ungünstige Strömung bzw. extreme Verwirbelung vor dem Seitenleitwerk z.B. durch offenes Cockpit
* gerade Platte als Seitenleitwerk/Ruder (bei höheren Geschwindigkeiten ungeeignet)
* bei kurzer Rumpflänge: zu kleines Seitenleitwerk samt Ruder ODER paradoxerweise ein zu großes Seitenleitwerk (Fishtailing)
* zu kleines (und zu dünnes) Ruder in Relation zur Seitenleitwerksfläche
* ungünstige aerodynamische Auslegung des gesamten Seitenleitwerks: eine laminare Strömung legt sich an - drückt aber ein klein wenig mehr auf einer Seite - aber auf der anderen Seite wird der Druck nicht schnell genug höher, sodass die Bewegeung zur Seite zuerst noch stärker wird - bis es dann umschlägt (kann man sich so ähnlich vorstellen, wie das Flattern von Wäsche im Wind).

Im letzte Fall hilft es, die Strömung am Seitenleitwerk etwas turbulenter zu gestalten: 1-2cm nach der Nasenleiste parallel zu dieser 0,5 - 0,8 mm hohes Zackenband oder 5-10 Lagen Klebeband, 3mm breit anzubringen - oder das Ruder aerodynamisch anders auszulegen (nicht nur einfachen Keil sondern Tropfenform; keinesfalls "runde" Abrisskante hinten).

LG
c-j-s